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Die letzten 3 Beiträge

3

Montag, 9. März 2009, 18:44

Von Rica

Re: Phasmiden - Tarnungskünstler der Natur

Hi,
danke :-D
Insekten-Gallerie ist in Arbeit, ich muss noch die neuesten Fotos formatieren ;)

Edit:
Hier gehts zu den Fotos: http://www.tier-board.de/index.php?page=…tID=384#post384

2

Montag, 9. März 2009, 18:06

Von Dennis

Re: Phasmiden - Tarnungskünstler der Natur

Klasse echt Hammer Thread, hast du denn einige Bilder deiner Phasmiden?

Grüße :)

1

Samstag, 7. März 2009, 23:56

Von Rica

Phasmiden - Tarnungskünstler der Natur

WAS SIND PHASMIDEN?

Phasmiden sind Insekten die mit ihrem Aussehen verblüffen wenn man genau hinsieht, sie ernähren sich ausschließlich von Pflanzen.
Man kann sie in drei Gruppen einteilen:

- Stabschrecken
- Gespenstschrecken
- Wandelnde Blätter


Zur Insekten-Gallerie

STABSCHRECKEN:
Diese Tiere haben meist einen langen, dünnen Körper und ahmen in ihrem Verhalten und Aussehen die Äste ihrer Futterpflanzen nach.
Tagsüber hängen sie an den Ästen ihrer Futterpflanzen und in der Dämmerung werden sie aktiv.

Es gibt Arten die eher klein sind, aber auch Exemplare die bis zu 55cm groß werden. Die größte Stabschrecken-Art ist Pharnacia serratipes, die auch als Nachzuchten zu bekommen ist, allerdings wegen ihrer Größe oft Häutungsprobleme hat.
Diapherodes gigantea ist eine 20cm große, beeindruckend schöne, leuchtend grüne Art, die häufig gezüchtet wird. Die am häufigsten gezüchtete Stabschrecke ist die sehr leicht zu haltende Annam-Stabschrecke Medauroidea extradentata.

GESPENSTSCHRECKEN:
Diese Arten haben sehr unterschiedliche Formen und Farben, manche ähneln einem vertrocknetem Blatt und manche einem Stück Baumrinde.
Perfekt getarnt sind die meisten allemal, allerdings gibt es auch Arten die ihre Feinde abschrecken wollen indem sie z.B. einen Skorpion nachahmen.
Eine Gespenstschrecke hält den Rekord für das schwerste Insekt der Welt, Heteropteryx dilatata ist eine sehr große Art die auch noch sehr schwer wird.
Die bekannteste Gespenstschreckenart ist die Australische Gespenstschrecke Extatosoma tiaratum.

WANDELNDE BLÄTTER:
Diese Tiere ahmen in ihrem Verhalten und Aussehen die Blätter ihrer Futterpflanzen nach. Wandelnde Blätter brauchen immer viel Belüftung, da sie ohne Luftzug schlecht fressen. Man kann sie nur schlecht mit anderen Phasmiden vergesellschaften, da sie oft von ihren Mitbewohnern mit Futter verwechselt werden.

Die größte Art heißt Phyllium giganteum und die bekannteste und am leichtesten zu haltende ist Phyllium sp. Philippinen.

HALTUNG IM TERRARIUM
(es wird von leicht zu haltenden Anfängerarten ausgegangen)

DAS TERRARIUM
Ein Phasmiden-Terrarium darf aus den verschiedensten Materialien bestehen, wie zum Beispiel Glas, Holz, Plexiglas, Styrodur usw.
Wichtig ist bei den meisten Arten eine gute Belüftung, es reicht also meist nicht, ein Glasterrarium mit zwei Lüftungsschlitzen zu kaufen. Man sollte mindestens eine Schiebetür durch Fliegengitter/Gaze austauschen.

Die Größe des Terrariums sollte so gewählt werden, dass die Höhe ca. dreimal so hoch ist wie die Tiere. Breite und Tiefe so wählen, dass sich die Tiere zumindest komplett umdrehen können. Am besten beklebt man die Oberseite mit Gaze (Fliegengitter) damit sich die Tiere dort häuten können. Nicht zu viele Tiere in ein Terrarium quetschen, der Stress könnte für die Tiere tödlich sein.

Kaufen kann man für Phasmiden diese Arten von Terrarien: Flexarium, Vivarium, Faunarium, Exoterrarium

LUFTFEUCHTIGKEIT
Meist benötigt man ungefähr eine Luftfeuchtigkeit von 60-80%, das erreicht man mit einer Blumenspritze wenn man jeden Abend sprüht.
Die Tiere brauchen vor allem während der Häutungsphasen viel Feuchtigkeit um auch gut aus ihrer Haut rauszukommen.

Außerdem trinken sie gerne die Wassertropfen von den Wänden und Blättern. Es wird dazu geraten, die Tiere eher weniger direkt anzusprühen und wenn schon, dann mit lauwarmen Wasser.


TEMPERATUR
Meistens genügt Zimmertemperatur von 18-28°C, mit 23°C kann man normalerweise nichts falsch machen. Sollte das nicht Zimmertemperatur sein, kann mit einer Lampe tagsüber nachgeholfen werden, nachts dann eher eine Heizmatte, aber nicht über den kompletten Boden, die wird viel zu heiß! Eier könnten auch beschädigt werden durch den Einsatz von Heizmatten.

FUTTERPFLANZEN
Die häufigste Futterpflanze bei Phasmiden ist die Brombeerpflanze, wobei ähnliche Pflanzen wie Himbeere, Rose, Hagebutte bei Brombeerfressern genauso gut genommen wird, allerdings ist Brombeer eine winterharte Pflanze. Beliebte Futterpflanzen sind außerdem Eichenblätter und Haselblätter.

Immer darauf achten, dass die Pflanzen an keiner viel befahrenen Straße wachsen und nicht mit Giften behandelt wurden (Achtung bei Pflanzen aus dem Blumenladen).
Manche Arten fressen nur Liguster, den findet man normalerweise als Heckenpflanze.

Farnschrecken nehmen dem Namen nach nur Farne als Futterpflanzen.
Die Futterpflanzen können, um länger frisch zu bleiben, in einer Vase oder Glas ins Terrarium gestellt werden. Bei Terrarien mit Erde als Bodengrund kann man auch Steckmoos verwenden. Bei Nymphen (Larven) darauf achten, dass keine ertrinken kann im Wasser.

ZUCHT
Zwei bis drei Wochen nach der Adulthäutung (ausgewachsen) beginnen die Weibchen mit der Eiablage und die Männchen mit der Paarung.
Manche Arten können sich parthenogenetisch fortpflanzen, das heißt ohne Männchen, auch Jungfernzeugung genannt.
Allerdings ist das oft ungesund und die Schlupfrate verschlechtert sich. Aber manche Arten haben können sich so problemlos „klonen“, dass es nur Weibchen in Zucht gibt und in der Natur auch sehr selten Männchen.
Es werden meist sehr viele Eier gelegt (ca. 10-15 pro Woche), deswegen wird zur besseren Zuchtkontrolle ein Bodengrund empfohlen wo man die Eier leicht absammeln kann (Küchenrolle, Servietten).


INKUBATION DER EIER
Man muss darauf achten, dass sich kein Schimmel auf den Eiern bildet. Als sehr guter Bodengrund hat sich Vermiculit herausgestellt, es schimmelt nicht und hält die Eier feucht.

Je nach Art sollten die Eier bei hoher Luftfeuchtigkeit gelagert werden und ab und zu leicht mit Wasser besprüht werden. Wenn der jeweilige Inkubator genügend belüftet ist, wird sich auch nicht so schnell Schimmel bilden.

Die Tiere schlüpfen meist nach 3-4 Monaten, je nach Größe der Art kann das aber auch viel länger dauern.

HÄUTUNG
Bis die Tiere adult sind werden sie sich immer wieder mal häuten. Dazu hängen sie sich an eine Pflanze oder an die Decke und schlüpfen mit dem Kopf vorraus aus ihrer alten Haut.

Sie brauchen dafür sehr viel Energie und dürfen währenddessen und danach nicht gestresst werden. In der Regel fressen sie nach der Häutung ihre Haut auf oder verlassen sie, damit wäre der Häutungsvorgang abgeschlossen.

Sollten sie in der alten Haut steckenbleiben oder runterfallen, kann man sie vorsichtig wieder aufhängen und eventuell leicht mit warmen Wasser besprühen.

ANFÄNGERARTEN
Diese Arten können so gehalten werden wie oben beschrieben und verzeihen Anfängerfehler ohne gleich zu sterben:
Medauroidea extradentata (Annam Stabschrecke)
Ramulus artemis (Grüne Stabschrecke)
Carausius morosus (Indische Stabschrecke)
Sipyloidea sipylus (Geflügelte Stabschrecke)
Extatosoma tiaratum (Australische Gespenstschrecke)
Peruphasma schultei (Samtschrecke, Ligusterfresser!)
Phyllium sp. Philippinen (Wandelndes Blatt)