Schafe sind im Grunde genügsame Wiederkäuer und können selbst karges Futter verwerten. Etwa 10 kg Gras fressen sie jeden Tag, der Bedarf an Nährstoffen sollte immer ausreichend gedeckt sein. Wie viel Platz die Tiere brauchen, kommt immer auf die Weidequalität u.ä. an. Circa 7 weibliche Schafe + Lämmer finden auf einem Hektar Platz. Da sie recht bewegungsfreudig sind, sollte eine Weidehaltung gewählt werden. Es gibt verschiedene Haltungsformen:
1.Die Standweide
Bei dieser Form haben die Schafe die ganze Fläche offen, sie werden nicht umgetrieben und bleiben auf der besagten Weidefläche.
Vorteile:
-Es wird weniger benötigt bzw. nur ein immer erreichbarer Unterstand und eine Umzeunung
-Kein Umtreiben nötig
Nachteile:
-Große Vergteilungsfläche des Kots, kann zu Endoparasiten führen
-Zertramplung von Futter
-Man kann kein eigenes Heu aus der Weide gewinnen und sie nicht pflegen
2.Die Umtriebweide
Bei der Umtriebweide haben die Schafe nicht die ganze sondern einen kleinen Teil der Weide zur Verfügung. Im Sommer /Frühling werden die Tiere zwecks Gründen des Wachstums öfters umgetrieben als im Herbst.
Vorteile:
- Trockenes Futter für den Winter kann immer noch gewonnen werden (Um Heu zu bekommen, werden im Sommer Teile der Weide nicht für die Scharfe genutzt)
-Eier/Larven der Endoparasiten sterben bis zum erneuten Weiden der Schafe auf dem entsprechenden Stück ab
-Da die Fläche im Optimalfall in einer Woche abgegrast wird, vermeidet man dadurch selektives Fressen (die Schafe fressen ansonsten die beliebten Kräuter und Gräser zuerst)
Nachteile:
-Die Schafe müssen immer wieder umgetrieben werden, die Innenzäune umgesteckt. Das ist arbeitsintensiv.
Flexible Innenzäune werden nebst einer stabilen Außenumzäunung gebracht.
Überigens: Wir benutzen die Umtriebweidehaltung auch für unsere Rinder im Sommer / Frühjahr / Herbst. Alle 1-2 Wochen werden die Tiere zwischen verschiedenen Weiden herumgetrieben. So benutzen wir etwa 9-10 größere Weiden zum umtreiben verschiedener Gruppen und einige andere zur Winterfuttergewinnung. Die Rinder benötigen dort noch nicht mal einen Unterstand und verbringen Tag und Nacht nur mit ein paar Bäumen im „Freien“.
Stall / Unterstand
-Den Schafen muss vor allem bei ganzjähriger Weidehaltung ein fester Unterstand bereit stehen. Pro Tier sollte er zwei Quadratmeter nicht unterschreiten, witterungsfest und mindest zu 3 Seiten geschlossen sein.
-Um rangniedrigen Tieren auch einen Zutritt nach draußen gut zu ermöglichen, sollte es bei einem zu allen Seiten geschlossen Stall mehr als nur einen Ein-/Ausgang geben.
-Für kranke Tiere oder fürs Ablammen kann ein abtrennarer Stallteil genutzt werden.
-Zum Schutz vor Kälte / Nässe, sollte der Boden mit Stroh eingestreut, trocken und fest sein. Rindenmulch sorgt für Trockenheit am Stallvorplatz und ein evt. vorne überstehendes Dach kann schützen.
Futterraufen / Tröge
-Praktischer Weise kann man unter den Futterraufen Tröge anbringen, die heruntergefallenes Raufutter auffangen und in die man bei Bedarf Kraftfutter füllen kann.
-Einen halben Meter Raufe, Trog sollte für jedes Tier geben, dadurch lassen sich Rangeleien vermeiden. Desweiteren wird natürlich frisches Trinkwasser gebracht.
Nicht alle Rassen können ganzjährig im Freien gehalten werden, bringt man sie in einem soliden Stall unter, freuen sie sich über einen Laufhof um sich im Winter auch draußen zu bewegen. Damit die Wärme im Stall bleibt, kann ein kleiner Eingang mit Schürzen aus Kunststoff verhängt werden.
Für alle denen es noch nicht aufgefallen ist: Ich bin Schaffan
Passend zum Thema ein paar Schafe, die ich letztes Jahr auf Föhr fotografieren konnte.